Führungskompetenz


Der Grundstein für den weiteren Weg

Viele Reiter denken, dass es vollkommen ausreicht, wenn man einigermaßen unbeschadet zum Putzplatz kommt. Doch warum Führungskompetenz am Pferd die Basis für die weitere Arbeit am Boden und unter dem Sattel ist und wie Du sie erarbeitest, erklären wir Dir in unserem Onlinekurs "Basiskurs Führtraining".

 

Was hat gutes Führen mit innerer Haltung, klarer Kommunikation, Druckverständnis, Vertrauen und Partnerschaft zu tun? Wenn man sich in einer autarken Herde (freilebend) mit intakter Struktur umschaut, gibt es in der Regel 2 Leittiere, die unterschiedliche Ziele verfolgen und somit natürlich auch unterschiedlich agieren. In domestizierten Gruppen gibt es häufig mehrere ranghohe Pferde, die vor allem ausschließlich um eigene Vorteile und Ressourcen "kämpfen". Echte Führungskompetenz findet man da äusserst selten. Das ist einerseits der unnatürlichen Herdenstruktur wie auch dem ständigen erzwungenen Wechsel durch uns Menschen zu verdanken. Und natürlich gibt es in der Regel keinen Hengst in der Gruppe, der den Job machen möchte um seine Nachkommenschaft zu sichern. Jedoch findet man auch in domestizierten Herden  soziale Pferde, die sich um das Wohlergehen aller sorgen – wenn diese auch nicht unbedingt am ranghöchsten sind. In größeren domestizierten Herden gibt es oft Untergruppen, die sich entweder einfach sympathisch sind oder auch der selben Rasse angehören. Herdenstrukturen sind komplex und vielschichtig – vor allem nicht schwarz-weiß. Auch bei den Pferden gilt, Dominanz ist nicht zwangsläufig ausschlaggebend für Führungskompetenz. Wer kennt das nicht allzu gut von Menschen... ;o)

 

Doch zurück zu den Führungsstilen:

DER LEITHENGST: Er hat als oberste Priorität seine Stuten zusammen zu halten, zu schützen und seine Nachkommenschaft zu sichern. Er verteidigt die Herde und ist beim "Führen" eher in einer treibenden Position zu sehen.

 

DIE LEITSTUTE: Oft ist es eine ältere erfahrene Stute, die die Weidegründe, das Gelände und mögliche Gefahren gut kennt und die Herde im wörtlichen Sinne sicher anführen kann. Bei Isländern hat man beispielsweise beobachtet, dass die Herde bei der Überquerung eines Gletschers der Leitstute in einer Spur folgt. Sie kennt die Gefahren, wie in diesem Fall die Gletscherspalten oder auch Untiefen bei Flussüberquerungen, etc. Wer ihr folgt, minimiert sein Risiko zu verunglücken und zu sterben – die Herde und jedes einzelne Mitglied wird dadurch geschützt. Das Leitstutenprinzip basiert also auf Erfahrung und Vertrauen.

Wie ist das jetzt auf uns Menschen übertragbar?

Der Mensch, der das Pferd beschützt, vertrauenswürdig ist und sicher auftritt, der fair im Umgang ist und für das Pferd gut lesbar, ist ein valider Partner und dem wird es gerne folgen. Das bedeutet, dass wir als "Leittier" eine klare Kommunikation, sprich konsequente klare Signale etablieren müssen, unsere Energie und unsere Körpersprache klar und verständlich ist. Ich setze je nach Pferdetyp und Charakter das Hengst- oder das Leitstutenprinzip ein oder kombiniere es. Dem Leitstutenprinzip ist für mich langfristig immer der Vorzug zu geben, da es auf Führungskompetenz, Erfahrung und Vertrauen aufbaut.