Tensegrales Faszien Training

Stabilität durch positive Spannung: Das geheimnis der Leichtigkeit

Ich bin immer bereit über den Tellerrand zu schauen und neue Wege zu gehen. Dafür bilde ich mich kontinuierlich weiter, hinterfrage, probiere aus und spüre hinein. Ein weiterer Baustein in meiner Arbeit ist das tensegrale Training, wodurch vorhandene Kompensationen im Körper aufgelöst und neue stabilisierende, physiologisch korrekte Bewegungsmuster gefördert werden. Bewegermuskeln können endlich Ihre Bestimmung erfüllen und die Stabilisatoren kommen in Funktion.

 

Viele Pferde sind im wörtlichen Sinne "fest" in Ihren Strukturen und Kompensationen. Sie können keine andere Lösung für bestimmte Bewegungen finden. Meine Aufgabe ist es, gerade bei den Korrekturpferden mit Trageschwäche oder Top-Line-Syndrom, diese Abwärtsspirale zu durchbrechen und ihnen den richtigen Weg zu zeigen. Die Biomechanik denkt zweidimensional und mit Hebeln, was bei einem dreidimensionalen Körper nicht wirklich Sinn ergibt. Der Einbezug der dritten Dimension hat mir in der Betrachtung von Bewegung und Problemanalyse immer gefehlt. Die Biotensegrität gibt darauf endlich Antwort.

 

In der biotensegralen Arbeit geht es darum, dass der Körper sich ausdehnt und 3-dimensional aufspannen kann. Feste Strukturen werden gelöst, woduch das ganze fasziale Gewebe mit zum Tragen kommt. Zu den Faszien gehört quasi alles, was den Körper zusammen hält – sie umschließen Muskeln und Organe, setzen an den Knochen an und bringen den Körper im Idealfall in positive Spannung. Durch das fasziale Training werden Verkürzungen und Verklebungen gelockert und gelöst. Das Gewebe kann besser durchblutet, Schlacken besser abtransportiert werden und Muskeln müssen nicht mehr kompensatorisch festhalten, sondern können locker arbeiten und in den Faszienhüllen gleiten. Viele Pferde sind im Gewebe so fest, als würden Sie in einem Neoprenanzug stecken. Sie sind eingeschränkt in Ihren Bewegungen, nicht in der Lage sich zu biegen oder gar "aufzuspannen".

Der Brustkorb wird über die Muskulatur festgehalten, über die Ellbogen gestützt oder zwischen die Schulterblätter geklemmt, um so ein weiteres "absacken" zu verhindern und ihn zu fixieren. Jedoch kann ein fixierter Brustkorb weder rotieren noch schwingen und schon gar nicht tragen. Der schwingende und losgelassene Rumpf fungiert als Stoßdämpfer. Ist er festgehalten, werden auch die Gelenke und Sehnen der Gliedmaßen überlastet und es kommt zu höherem Verschleiß. Auch Taktfehler wie Passverschiebungen, heraushebeln in den Übergängen oder "hüpfen" und Viertakt im Galopp, etc. gehören zu den Folgen eines festgehaltenen Rumpfes, beginnend am CTÜ. Ist der Brustkorb fest, kann auch die Lende nicht korrekt arbeiten. Das Bio-Tensegrale Training oder auch Horse Tensegrity gibt die Antwort auf diese Problemstellung.

 

Auch die Atmung ist oft beeinträchtigt. Bei COPD-Pferden gilt es auch zu prüfen, ob die Lunge überhaupt gut belüftet werden kann. Denn kann das Pferd nicht richtig "durchatmen", führt das unter Umständen auch zu asthmatischen Symptomen.

 

Beim tensegralen Training arbeite ich fast ausschließlich mit den Händen, um das Gewebe unter meinen Fingern zu spüren. Mit leichten Impulsen und lösenden Techniken werden Verspannungen und Blockaden gelöst und durch eine korrekte Bewegung neue gesunde Bewegungen etabliert. Auch Hangbeinlahmheiten, oft verursacht durch Verkürzungen und Verspannungen, können so nachhaltig behoben werden. Auch Headshaker, ECVM-Pferde oder Pferde mit Kissing Spines profitieren enorm von dieser Arbeit.

 

Ab sofort stehen Ausbildungs- und Berittplätze zur Verfügung. Für Korrekturpferde empfiehlt sich oft eine erste intensive Trainingsphase. Dabei sollte der Pferdebesitzer trotzdem regelmäßig ins Training kommen, um "mitzulernen" und das Pferd anschließend sinnvoll und korrekt weiter trainieren zu können.